Muskeln an Stellen, von deren Existenz wir nichts wussten
Die Veränderungen im Sport in den letzten Jahren sind auf eine Kombination mehrerer Faktoren zurückzuführen.
Wir werden immer größer
Seit 1914 ist die durchschnittliche Körpergröße von Männern und Frauen im Vereinigten Königreich um 4 Inches auf 5ft 10ins bzw. 5ft 5ins gestiegen. Die Niederländer sind mit durchschnittlich 1,80 m die größten Männer der Welt und die lettischen Frauen sind 1,80 m groß. Nach dem Scheitern in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 wies Schottlands Manager Gordon Strachan darauf hin, dass die Schotten die zweitkleinste Mannschaft in Bezug auf ihre Körpergröße sind, nur Spanien ist kleiner.
Die Wissenschaft nimmt den Sport ernst
Da der Sport einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Welt ist, wurden die Investitionen in die Forschung im Bereich Sport, Gesundheit, Leistung und Ausrüstung enorm gesteigert. Der weltweite Ausrüstungsmarkt hat bis 2020 bereits etwa 81 Milliarden Dollar erreicht.
Die Technologie hat die Art und Weise, wie Sport betrieben wird, verändert
Tennisschläger und Golfschläger sind durch die Einführung von Kohlefaser und Metallen wie Titan viel größer geworden. Dies bedeutet, dass die Spieler häufiger härtere Schläge ausführen können, da der „Sweet Spot“ der Ausrüstung viel größer ist. Der Nachteil ist, dass das Potenzial für Muskelschäden höher ist, da die Ermüdung und die Belastung der Bänder zunehmen. Wenn man sich Tennis auf höchstem Niveau anschaut, sieht man, dass die Ballwechsel mit vollem Körpereinsatz gespielt werden, und zwar bei fast jedem Schlag.
Körperliche Stärke und Kraft
Rugby galt als ein Spiel für alle Größen. Die kleineren, schnelleren Spieler wurden auf dem Flügel oder als Scrum-Half eingesetzt, die kleineren, langsameren Jungs im Scrum, die großen Spieler in der zweiten Reihe und so weiter. Bei der letzten Weltmeisterschaft war Japan die einzige Mannschaft mit einer Durchschnittsgröße von weniger als 1,80 m. Verbesserte Fitness, Stärke und Kraft haben die Art des Spiels verändert, die Spieler bewegen sich schneller über das Spielfeld und schlagen härter zu.
Erholung
Die Fähigkeit, sich von diesen Leistungssteigerungen zu erholen, hat sich ebenfalls verändert. Rugbyspieler werden von größeren Gegnern härter getroffen. Fußballer laufen schneller und absolvieren weitere Laufwege. Das Gewicht, das die einzelnen Sportler verlagern, ist größer und belastet ihre Muskeln und Körper stärker. Im Gegenzug hat sich die Erholungswissenschaft verbessert und erkannt, dass Ermüdung eine der Hauptursachen für Verletzungen ist. Die Spieler fühlen sich vielleicht nicht müde, wenn sie auf das Spielfeld oder den Platz gehen, aber ein Sekundenbruchteil langsamer kann bedeuten, dass sie sich ungewollt zu weit strecken oder von einem Angriff erwischt werden, der vermeidbar gewesen wäre. Eisbäder sind von zentraler Bedeutung für die Erholung, denn sie helfen dem Körper, sich von der Ermüdung zu erholen und für den nächsten Wettkampf bereit zu sein.
Top-Tennisspieler spielen viel mehr Spiele, wenn sie länger am Turnier teilnehmen, erfolgreiche Mannschaften spielen mehr Runden in Pokalwettbewerben. Sie müssen sich besser und öfter erholen. Spitzensport bedeutet, dass man fitter wird, aber diese Fitness schafft auch Umstände, auf die man eingehen muss, um Schädigungen zu vermeiden.
